Büroservice Berthold

Das Jupp-Modell: Für jede Aufgabe den richtigen Mitarbeiter auswählen

können Sie jeden Mitarbeiter gleich behandeln? Nein! Um wirklich erfolgreich zu delegieren, sollten Sie die Aufgabenart sowie die Genauigkeit der Informationen über das zu Erledigende auf die Fähigkeiten und Kompetenzen der einzelnen Mitarbeiter abstimmen.

Ein ganz einfaches, aber sehr wirkungsvolles Instrument dafür ist das Jupp-Modell, das die Mitarbeiter in vier „Kategorien“ einteilt. Je nach „Jupp-Kategorie“ können Sie dann bestimmte Aufgaben auf passende Art und Weise delegieren. Lesen Sie heute mehr darüber.

von Jörg Schötensack
Model developed by Christine Maurer, cope OHG

 

Jupp 1: Erledigt Massenaufgaben

So könnte sich der Arbeitsauftrag anhören: "Nehmen Sie dieses Werkzeug und graben ab 08:00 Uhr morgen früh eine Grube von 10 auf 3 Meter, 2 Meter tief. Um 10:00 Uhr komme ich vorbei. Um 12:00 Uhr sind Sie damit fertig."
  • Der Jupp 1 benötigt von Ihnen das Werkzeug, die Anfangs- und Endzeit und eine Zwischenkontrolle.
  • Er hat die Durchführungsverantwortung.
  • An Mitarbeiter vom Typ "Jupp 1" können Sie nur Massenaufgaben delegieren. Sonst ist der Aufwand so hoch, dass bei Ihnen keine Entlastung eintritt.
  • Hier sollten Sie das Ergebnis kontrollieren. Das wird vom Jupp 1 eher als Sorgfalt wie als Kontrolle erlebt.
  • Motivierend für einen Jupp 1 ist, wenn Sie sich Zeit für ihn nehmen.
 

Jupp 2: Bearbeitet Massen- und Routineaufgaben

So könnte sich der Auftrag anhören: "Beginnen Sie morgen um 08:00 Uhr mit dem Ausheben der Grube 10 auf 3 Meter, 2 Meter tief. Um 12:00 Uhr sind Sie fertig. Bei Schwierigkeiten bin ich gegen 10:00 Uhr erreichbar."
  • Der Jupp 2 benötigt noch Anfangs- und Endzeit.
  • Er hat die Gestaltungsverantwortung. Das heißt, er entscheidet selbst, wie der Auftrag durchgeführt wird.
  • Neben Massenaufgaben können Sie an einen Jupp 2 Routineaufgaben delegieren.
  • Hier sollten Sie stichprobenartig kontrollieren oder sich z. B. per E-Mail in die Kommunikation des Ergebnisses einbinden lassen.
  • Motivierend für einen Jupp 2 ist, Freiräume innerhalb der Aufgabe zu haben.
 

Jupp 3: Bearbeitet Spezial- oder Detailaufgaben

So delegieren Sie an diese Kategorie von Mitarbeitern: "Um 13:00 Uhr kommt der Betonmischer, um das Fundament zu machen. Sorgen Sie dafür, dass die Grube mit 10 auf 3 Meter, 2 Meter tief, fertig ist."
  • Dieser Mitarbeiter möchte wissen, was der nächste Schritt in der Prozesskette ist. Er hat die Zielverantwortung.
  • An ihn delegieren Sie am besten Spezial- oder Detailaufgaben.
  • Stichprobenartig sollten Sie aber trotzdem noch kontrollieren – oder sich in die "Ergebniskommunikation" einbinden lassen.
  • Motivierend für einen Jupp 3 ist ebenfalls der Gestaltungsspielraum.  
 

Jupp 4: Bearbeitet eigenständig Projekte

So entlastet Sie dieser Typ von Mitarbeiter: "Hier ist das Projekt Kläranlage. Halten Sie die Zeit- und Kostenvorgaben ein. Sie haben die Projektverantwortung."
  • Der Jupp 4 trägt z. B. Projektverantwortung. An ihn oder sie sollten Sie komplexe Aufgaben bzw. Projekte delegieren.
  • Kontrolle ist fast nicht mehr nötig.
  • Auch hier ist der Freiraum die Basis für Motivation
 

Wie setze ich das Modell in die Praxis um?

  • Prüfen Sie, mit welchen Jupps Sie zu tun haben ("kategorisieren" Sie Ihre Mitarbeiter).
  • Kategorisieren Sie Ihre Aufgaben (Ihr Delegationspotenzial) nach den vier Jupps.
  • Bringen Sie beide Kategorien zusammen – so delegieren Sie jupp-gerecht!
 
Haben Sie Ihre Mitarbeiter bisher eher unterfordert (einen Jupp 3 wie einen Jupp 2 behandelt) oder überfordert (einen Jupp 2 mit Projektverantwortung betraut)? Beides wirkt auf Dauer demotivierend und führt zur Rückdelegation. Wenn Sie sich selbst auf Ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren wollen, delegieren Sie Jupp-gerecht!

Bedenken Sie dabei aber, dass viele Ihrer Mitarbeiter sich – je nach Position und Aufgabenfeld – verändern (und verändern sollen): Aktualisieren Sie die Jupp-Zuordnung dann entsprechend.