Büroservice Berthold

Alles Tomate?!

Kennen Sie auch diese Art von "zerfledderten" Arbeitstagen, an denen Sie viel schaffen, aber wenig Sichtbares produzieren, und die einen so merkwürdig unbefriedigt zurücklassen?

Solchen Tagen fehlt das Flow-Erlebnis, würde Mihály Csíkszentmihályi sagen: Der emeritierte Professor für Psychologie an der University of Chicago hat den Begriff "Flow" geprägt; er steht für einen Zustand größter Konzentration, einer Art Selbst- und Zeitvergessenheit, wie er (bisweilen) eintritt, wenn wir an einer Aufgabe arbeiten, die unsere ganze Aufmerksamkeit erfordert.

Aber wie schaffen wir es, zwischen Mitarbeitern und Kollegen, Telefonaten und E-Mails uns diesen Zustand zu sichern? Eine wunderbar einfache und alltagstaugliche Technik, die wir Ihnen heute vorstellen, ist "Pomodoro" (Tomate).

von Jörg Schötensack

 

Die Pomodoro-Technik: Sichern Sie sich kurze, konzentrierte Arbeitseinheiten

Die Pomodoro-Technik funktioniert wie folgt:
  1. Schließen Sie Ihre Tür, stellen Sie Telefon und Handy leise und schalten Sie die akustische und visuelle Benachrichtigung über den E-Mail-Eingang aus.
  2. Setzen Sie sich ein Ziel: Was möchten Sie erledigen, erarbeiten, erreichen? Je klarer Ihre Zielsetzung ist, umso leichter wird es Ihnen fallen, sich wirklich zu konzentrieren.
  3. Stellen Sie sich einen Wecker (gibt es in jedem Handy) auf 25 Minuten.
  4. Arbeiten Sie konzentriert an dieser Aufgabe. Lassen Sie sich durch nichts und niemanden dabei ablenken.
  5. Nachdem der Wecker geklingelt hat, machen Sie eine 5-minütige Pause.

Francesco Cirillo hat die Pomodoro-Technik in den 1980er Jahren erfunden, und es gibt inzwischen eine große Fan-Gemeinde, die sich mit einem Küchenwecker in Form einer Tomate auf dem Schreibtisch oder entsprechenden Apps Konzentrationsinseln sichert (www.pomodorotechnique.com). Ich arbeite auch regelmäßig damit und garantiere Ihnen: Es funktioniert!

Theoretisch können Sie mit den Pomodori Ihren gesamten Arbeitstag strukturieren. Das funktioniert aber nur dann, wenn Sie selbstbestimmt und störungsfrei arbeiten. (Übrigens: Wenn Sie 4 Pomodori inklusive 5-Minuten-Pausen am Stück machen, sollten Sie nach der 4. eine deutlich längere Pause einlegen.)

Meiner Erfahrung nach ist es jedoch selten möglich, mehr als maximal 4 Pomodori unterzubringen. Aber schon mit 1 oder 2 täglichen Pomodori sind Sie ein gutes Stück weiter!
 

Tipps für die Umsetzung:

  • Der Erfolg der Technik lebt davon, dass das Pomodoro-Zeitfenster wirklich zur heiligen Zeit erklärt wird.
  • Konzentration lässt sich trainieren! Sie werden feststellen: Je häufiger Sie die Technik anwenden, umso einfacher und schneller können Sie sich auf den Pomodoro-Zustand einstellen und alles andere ausblenden.
  • Sie können das Pomodoro-Zeitfenster auf bis zu 60 Minuten verlängern. Spontan, wenn Sie beim Wecker-Klingeln noch mittendrin stecken. Oder auch regelmäßig, wenn Sie feststellen, dass Ihre Konzentration dafür ausreicht und Sie mit längeren Einheiten effektiver sind.
  • Nehmen Sie sich immer Zeit für die 5-Minuten-Pause hinterher. Am besten machen Sie dann gar nichts: Sehen Sie aus dem Fenster, gehen Sie ein paar Schritte herum oder bleiben Sie einfach sitzen und strecken Sie sich. In diesen Minuten schließen Sie gedanklich ab, woran Sie gerade gearbeitet haben. Und oft kommen Ihnen bei diesem Nachsortieren noch wertvolle Ideen oder Ergänzungen!